In den bisherigen Weisen der Gewißheit ist dem Bewußtsein das Wahre etwas anderes als es selbst. Der Begriff dieses Wahren verschwindet aber in der Erfahrung von ihm; wie der Gegenstand unmittelbar _an sich_ war, das Seiende der sinnlichen Gewißheit, das konkrete Ding der Wahrnehmung, die Kraft des Verstandes, so erweist er sich vielmehr nicht in Wahrheit zu sein, sondern dies _An-sich_ ergibt sich als eine Weise, wie er nur für ein Anderes ist; der Begriff von ihm hebt sich an dem wirklichen Gegenstande auf, oder die erste unmittelbare Vorstellung in der Erfahrung, und die Gewißheit ging in der Wahrheit verloren. Nunmehr aber ist dies entstanden, was in diesen frühern Verhältnissen nicht zustande kam, nämlich eine Gewißheit, welche ihrer Wahrheit gleich ist, denn die Gewißheit ist sich selbst ihr Gegenstand, und das Bewußtsein ist sich selbst das Wahre. Es ist darin zwar auch ein Anderssein; das Bewußtsein unterscheidet nämlich, aber ein solches, das für es zugleich ein nicht Unterschiedenes ist. Nennen wir _Begriff_ die Bewegung des Wissens, den _Gegenstand_ aber, das Wissen als ruhige Einheit, oder als Ich, so sehen wir, daß nicht nur für uns, sondern für das Wissen selbst der Gegenstand dem Begriffe entspricht.--Oder auf die andere Weise, den _Begriff_ das genannt, was der Gegenstand _an sich_ ist, den Gegenstand aber das, was er als _Gegenstand_, oder _für ein_ Anderes ist, so erhellt, daß das An-sich-sein und das Für-ein-anderes-sein dasselbe ist; denn das _An-sich_ ist das Bewußtsein; es ist aber ebenso dasjenige, _für welches ein_ anderes (das _An-sich_) ist; und es ist für es, daß das An-sich des Gegenstandes und das Sein desselben für ein Anderes dasselbe ist; Ich ist der Inhalt der Beziehung und das Beziehen selbst; es ist es selbst gegen ein Anderes, und greift zugleich über dies Andre über, das für es ebenso nur es selbst ist.
Mit dem Selbstbewußtsein sind wir also nun in das einheimische Reich der Wahrheit eingetreten. Es ist zu sehen, wie die Gestalt des Selbstbewußtseins zunächst auftritt. Betrachten wir diese neue Gestalt des Wissens, das Wissen von sich selbst, im Verhältnisse zu dem Vorhergehenden, dem Wissen von einem Andern, so ist dies zwar verschwunden; aber seine Momente haben sich zugleich ebenso aufbewahrt; und der Verlust besteht darin, daß sie hier vorhanden sind, wie sie an sich sind. Das _Sein_ der Meinung, die _Einzelnheit_ und die ihr entgegengesetzte _Allgemeinheit_ der Wahrnehmung, sowie _das leere Innere_ des Verstandes, sind nicht mehr als Wesen, sondern als Momente des Selbstbewußtseins, das heißt als Abstraktionen oder Unterschiede, welche _für_ das Bewußtsein selbst zugleich nichtig, oder keine Unterschiede und rein verschwindende Wesen sind. Es scheint also nur das Hauptmoment selbst verlorengegangen zu sein, nämlich das _einfache selbstständige Bestehen_ für das Bewußtsein. Aber in der Tat ist das Selbstbewußtsein die Reflexion aus dem Sein der sinnlichen und wahrgenommenen Welt, und wesentlich die Rückkehr aus dem _Anderssein_. Es ist als Selbstbewußtsein Bewegung; aber indem es _nur sich selbst als_ sich selbst von sich unterscheidet, so ist ihm der Unterschied _unmittelbar_ als ein Anderssein _aufgehoben_; der Unterschied _ist_ nicht, und _es_ nur die bewegungslose Tautologie des: Ich bin Ich; indem ihm der Unterschied nicht auch die Gestalt des _Seins_ hat, ist es nicht Selbstbewußtsein. Es ist hiemit für es das Anderssein, _als ein Sein_, oder als _unterschiedenes Moment_; aber es ist für es auch die Einheit seiner selbst mit diesem Unterschiede, als _zweites unterschiedenes_ Moment. Mit jenem ersten Momente ist das Selbstbewußtsein als _Bewußtsein_, und für es die ganze Ausbreitung der sinnlichen Welt erhalten; aber zugleich nur als auf das zweite Moment, die Einheit des Selbstbewußtseins mit sich selbst, bezogen; und sie ist hiemit für es ein Bestehen, welches aber nur _Erscheinung_, oder Unterschied ist, der _an sich_ kein Sein hat. Dieser Gegensatz seiner Erscheinung und seiner Wahrheit hat aber nur die Wahrheit, nämlich die Einheit des Selbstbewußtseins mit sich selbst, zu seinem Wesen; diese muß ihm wesentlich werden; das heißt, es ist _Begierde_ überhaupt. Das Bewußtsein hat als Selbstbewußtsein nunmehr einen gedoppelten Gegenstand, den einen, den unmittelbaren, den Gegenstand der sinnlichen Gewißheit, und des Wahrnehmens, der aber _für es_ mit dem _Charakter des Negati_ven bezeichnet ist, und den zweiten, nämlich _sich selbst_, welcher das wahre _Wesen_, und zunächst nur erst im Gegensatze des ersten vorhanden ist. Das Selbstbewußtsein stellt sich hierin als die Bewegung dar, worin dieser Gegensatz aufgehoben, und ihm die Gleichheit seiner selbst mit sich wird.
Der Gegenstand, welcher für das Selbstbewußtsein das Negative ist, ist aber seinerseits _für uns_ oder _an sich_ ebenso in sich zurückgegangen als das Bewußtsein andererseits. Er ist durch diese Reflexion in sich _Leben_ geworden. Was das Selbstbewußtsein _als seiend_ von sich unterscheidet, hat auch insofern, als es seiend gesetzt ist, nicht bloß die Weise der sinnlichen Gewißheit und der Wahrnehmung an ihm, sondern es ist in sich reflektiertes Sein, und der Gegenstand der unmittelbaren Begierde ist ein _Lebendiges_. Denn das _An-sich_, oder das _allgemeine_ Resultat des Verhältnisses des Verstandes zu dem Innern der Dinge, ist das Unterscheiden des nicht zu Unterscheidenden, oder die Einheit des Unterschiednen. Diese Einheit aber ist ebensosehr, wie wir gesehen, ihr Abstoßen von sich selbst, und dieser Begriff _entzweit_ sich in den Gegensatz des Selbstbewußtseins und des Lebens; jenes die Einheit, _für welche_ die unendliche Einheit der Unterschiede ist; dieses aber _ist_ nur diese Einheit selbst, so daß sie nicht zugleich _für sich selbst_ ist. So selbstständig also das Bewußtsein, ebenso selbstständig ist _an sich_ sein Gegenstand. Das Selbstbewußtsein, welches schlechthin _für sich_ ist, und seinen Gegenstand unmittelbar mit dem Charakter des Negativen bezeichnet, oder zunächst _Begierde_ ist, wird daher vielmehr die Erfahrung der Selbständigkeit desselben machen.
Die Bestimmung des Lebens, wie sie sich aus dem Begriffe oder dem allgemeinen Resultate ergibt, mit welchem wir in diese Sphäre eintreten, ist hinreichend, es zu bezeichnen, ohne daß seine Natur weiter daraus zu entwickeln wäre; ihr Kreis beschließt sich in folgenden Momenten. Das _Wesen_ ist die Unendlichkeit als das _Aufgehobensein_ aller Unterschiede, die reine achsendrehende Bewegung, die Ruhe ihrer selbst als absolut unruhigen Unendlichkeit; die _Selbstständigkeit_ selbst, in welcher die Unterschiede der Bewegung aufgelöst sind; das einfache Wesen der Zeit, das in dieser Sichselbstgleichheit die gediegene Gestalt des Raumes hat. Die _Unterschiede_ sind aber an diesem _einfachen allgemeinen_ Medium ebensosehr als _Unterschiede_; denn diese allgemeine Flüssigkeit hat ihre negative Natur nur, indem sie ein _Aufheben derselben_ ist; aber sie kann die unterschiednen nicht aufheben, wenn sie nicht ein Bestehen haben. Eben diese Flüssigkeit ist als die sichselbstgleiche Selbstständigkeit selbst das _Bestehen_, oder die _Substanz_ derselben, worin sie also als unterschiedene Glieder und _fürsichseiende_ Teile sind. Das _Sein_ hat nicht mehr die Bedeutung der _Abstraktion des Seins_, noch ihre reine Wesenheit, der _Abstraktion_ der _Allgemeinheit_; sondern ihr Sein ist eben jene einfache flüssige Substanz der reinen Bewegung in sich selbst. Der _Unterschied_ dieser Glieder _gegeneinander_ aber _als_ Unterschied besteht überhaupt in keiner anderer _Bestimmtheit_ als der Bestimmtheit der Momente der Unendlichkeit oder der reinen Bewegung selbst.
Die selbstständigen Glieder sind _für sich_; dieses _Für-sich-sein_ ist aber vielmehr ebenso _unmittelbar_ ihre Reflexion in die Einheit, als diese Einheit die Entzweiung in die selbstständigen Gestalten ist. Die Einheit ist entzweit, weil sie absolut negative oder unendliche Einheit ist; und weil _sie_ das _Bestehen_ ist, so hat auch der Unterschied Selbstständigkeit nur _an ihr_. Diese Selbständigkeit der Gestalt erscheint als ein _Bestimmtes, für Anderes_, denn sie ist ein Entzweites; und das _Aufheben_ der Entzweiung geschieht insofern durch ein Anderes. Aber es ist ebensosehr an ihr selbst; denn eben jene Flüssigkeit ist die Substanz der selbstständigen Gestalten; diese Substanz aber ist unendlich; die Gestalt ist darum in ihrem Bestehen selbst die Entzweiung, oder das Aufheben ihres Für-sich-seins.
Unterscheiden wir die hierin enthaltenen Momente näher, so sehen wir, daß wir zum _ersten_ Momente das _Bestehen der selbstständigen_ Gestalten, oder die Unterdrückung dessen haben, was das Unterscheiden an sich ist, nämlich nicht an sich zu sein und kein Bestehen zu haben. Das _zweite_ Moment aber ist die _Unterwerfung_ jenes Bestehens unter die Unendlichkeit des Unterschiedes. Im ersten Momente ist die bestehende Gestalt; als _fürsichseiend_, oder in ihrer Bestimmtheit unendliche Substanz tritt sie gegen die _allgemeine_ Substanz auf, verleugnet diese Flüssigkeit und Kontinuität mit ihr und behauptet sich als nicht in diesem Allgemeinen aufgelöst, sondern vielmehr als durch die Absonderung von dieser ihrer unorganischen Natur, und durch das Aufzehren derselben sich erhaltend. Das Leben in dem allgemeinen flüssigen Medium, ein _ruhiges_ Auseinanderlegen der Gestalten wird eben dadurch zur Bewegung derselben, oder zum Leben als _Prozeß_. Die einfache allgemeine Flüssigkeit ist das _An-sich_, und der Unterschied der Gestalten das _Andere_. Aber diese Flüssigkeit wird selbst durch diesen Unterschied _das Andere_; denn sie ist itzt _für den Unterschied_, welcher an und für sich selbst, und daher die unendliche Bewegung ist, von welcher jenes ruhige Medium aufgezehrt wird, das Leben als _Lebendiges_.--Diese _Verkehrung_ aber ist darum wieder die _Verkehrtheit an sich selbst_; was auf gezehrt wird, ist das Wesen; die auf Kosten des Allgemeinen sich erhaltende, und das Gefühl ihrer Einheit mit sich selbst sich gebende Individualität hebt gerade damit _ihren Gegensatz des Andern, durch welchen sie für sich ist_, auf; die _Einheit_ mit sich selbst, welche sie sich gibt, ist gerade die _Flüssigkeit_ der Unterschiede, oder die _allgemeine Auflösung_. Aber umgekehrt ist das Aufheben des individuellen Bestehens ebenso das Erzeugen desselben. Denn da das _Wesen_ der individuellen Gestalt, das allgemeine Leben, und das für sich Seiende an sich einfache Substanz ist, so hebt es, indem es das _Andre_ in sich setzt, diese seine _Einfachheit_, oder sein Wesen auf, d.h. es entzweit sie, und dies Entzweien der unterschiedslosen Flüssigkeit ist eben das Setzen der Individualität. Die einfache Substanz des Lebens also ist die Entzweiung ihrer selbst in Gestalten, und zugleich die Auflösung dieser bestehenden Unterschiede; und die Auflösung der Entzweiung ist ebensosehr Entzweien oder ein Gliedern. Es fallen damit die beiden Seiten der ganzen Bewegung, welche unterschieden wurden, nämlich die in dem allgemeinen Medium der Selbstständigkeit ruhig auseinandergelegte Gestaltung und der Prozeß des Lebens ineinander; der letztere ist ebensosehr Gestaltung, als er das Aufheben der Gestalt ist; und das erste, die Gestaltung, ist ebensosehr ein Aufheben, als sie die Gliederung ist. Das flüssige Element ist selbst nur die _Abstraktion_ des Wesens, oder es ist nur als Gestalt _wirklich_; und daß es sich gliedert, ist wieder ein Entzweien des Gegliederten, oder ein Auflösen desselben. Dieser ganze Kreislauf macht das Leben aus, weder das, was zuerst ausgesprochen wird, die unmittelbare Kontinuität und Gediegenheit seines Wesens, noch die bestehende Gestalt und das für sich seiende Diskrete, noch der reine Prozeß derselben, noch auch das einfache Zusammenfassen dieser Momente, sondern das sich entwickelnde, und seine Entwicklung auflösende und in dieser Bewegung sich einfach erhaltende Ganze.
Indem von der ersten unmittelbaren Einheit ausgegangen, und durch die Momente der Gestaltung und des Prozesses hindurch zur Einheit dieser beiden Momente, und damit wieder zur ersten einfachen Substanz zurückgekehrt wird, so ist diese _reflektierte Einheit_ eine andere als die erste. Gegen jene _unmittelbare_, oder als ein _Sein_ ausgesprochene, ist diese zweite die _allgemeine_, welche alle diese Momente als aufgehobne in ihr hat. Sie ist die _einfache Gattung_, welche in der Bewegung des Lebens selbst nicht _für sich *als*_ dies _Einfache existiert_; sondern in diesem _Resultate_ verweist das Leben auf ein anderes, als es ist, nämlich auf das Bewußtsein, für welches es als diese Einheit, oder als Gattung, ist.
Dies andere Leben aber, für welches die _Gattung_ als solche und welches für sich selbst Gattung ist, das Selbstbewußtsein, ist sich zunächst nur als dieses einfache Wesen, und hat sich als _reines Ich_ zum Gegenstande; in seiner Erfahrung, die nun zu betrachten ist, wird sich ihm dieser abstrakte Gegenstand bereichern, und die Entfaltung erhalten, welche wir an dem Leben gesehen haben.
Das einfache Ich ist diese Gattung oder das einfache Allgemeine, für welches die Unterschiede keine sind, nur, indem es _negatives Wesen_ der gestalteten selbstständigen Momente ist; und das Selbstbewußtsein hiemit seiner selbst nur gewiß, durch das Aufheben dieses andern, das sich ihm als selbstständiges Leben darstellt; es ist _Begierde_. Der Nichtigkeit dieses Andern gewiß, setzt es _für sich_ dieselbe als seine Wahrheit, vernichtet den selbstständigen Gegenstand und gibt sich dadurch die Gewißheit seiner selbst, als _wahre_ Gewißheit, als solche, welche ihm selbst auf _gegenständliche Weise_ geworden ist.
In dieser Befriedigung aber macht es die Erfahrung von der Selbstständigkeit seines Gegenstandes. Die Begierde und die in ihrer Befriedigung erreichte Gewißheit seiner selbst ist bedingt durch ihn, denn sie ist durch Aufheben dieses Andern; daß dies Aufheben sei, muß dies Andere sein. Das Selbstbewußtsein vermag also durch seine negative Beziehung ihn nicht aufzuheben; es erzeugt ihn darum vielmehr wieder, so wie die Begierde. Es ist in der Tat ein anderes als das Selbstbewußtsein, das Wesen der Begierde; und durch diese Erfahrung ist ihm selbst diese Wahrheit geworden. Zugleich aber ist es ebenso absolut für sich, und ist dies nur durch Aufheben des Gegenstandes, und es muß ihm seine Befriedigung werden, denn es ist die Wahrheit. Um der Selbstständigkeit des Gegenstandes willen kann es daher zur Befriedigung nur gelangen, indem dieser selbst die Negation an ihm vollzieht; und er muß diese Negation seiner selbst an sich vollziehen, denn er ist _an sich_ das Negative, und muß für das Andre sein, was er ist. Indem er die Negation an sich selbst ist, und darin zugleich selbstständig ist, ist er Bewußtsein. An dem Leben, welches der Gegenstand der Begierde ist, ist die _Negation_ entweder _an einem Andern_, nämlich an der Begierde, oder als _Bestimmtheit_ gegen eine andere gleichgültige Gestalt, oder als seine _unorganische allgemeine Natur_. Diese allgemeine selbstständige Natur aber, an der die Negation als absolute ist, ist die Gattung als solche, oder als _Selbstbewußtsein. Das Selbstbewußtsein erreicht seine Befriedigung nur in einem andern Selbstbewußtsein._
In diesen drei Momenten ist erst der Begriff des Selbstbewußtseins vollendet; a) reines ununterschiedenes Ich ist sein erster unmittelbarer Gegenstand. b) Diese Unmittelbarkeit ist aber selbst absolute Vermittlung, sie ist nur als Aufheben des selbstständigen Gegenstandes, oder sie ist Begierde. Die Befriedigung der Begierde ist zwar die Reflexion des Selbstbewußtseins in sich selbst, oder die zur Wahrheit gewordene Gewißheit. c) Aber die Wahrheit derselben ist vielmehr die gedoppelte Reflexion, die Verdopplung des Selbstbewußtseins. Es ist ein Gegenstand für das Bewußtsein, welcher an sich selbst sein Anderssein oder den Unterschied als einen nichtigen setzt, und darin selbstständig ist. Die unterschiedene nur _lebendige_ Gestalt hebt wohl im Prozesse des Lebens selbst auch ihre Selbstständigkeit auf, aber sie hört mit ihrem Unterschiede auf, zu sein, was sie ist; der Gegenstand des Selbstbewußtseins ist aber ebenso selbstständig in dieser Negativität seiner selbst; und damit ist er für sich selbst Gattung, allgemeine Flüssigkeit in der Eigenheit seiner Absonderung; er ist lebendiges Selbstbewußtsein.
Es ist ein _Selbstbewußtsein für ein Selbstbewußtsein_. Erst hiedurch ist es in der Tat; denn erst hierin wird für es die Einheit seiner selbst in seinem Anderssein; _Ich_, das der Gegenstand seines Begriffs ist, ist in der Tat nicht _Gegenstand_; der Gegenstand der Begierde aber ist nur _selbstständig_, denn er ist die allgemeine unvertilgbare Substanz, das flüssige sichselbstgleiche Wesen. Indem ein Selbstbewußtsein der Gegenstand ist, ist er ebensowohl ich wie Gegenstand.--Hiemit ist schon der Begriff _des Geistes_ für uns vorhanden. Was für das Bewußtsein weiter wird, ist die Erfahrung, was der Geist ist, diese absolute Substanz, welche in der vollkommenen Freiheit und Selbstständigkeit ihres Gegensatzes, nämlich verschiedener für sich seiender Selbstbewußtsein, die Einheit derselben ist; _Ich_, das _Wir_, und _Wir_, das _Ich_ ist. Das Bewußtsein hat erst in dem Selbstbewußtsein, als dem Begriffe des Geistes, seinen Wendungspunkt, auf dem es aus dem farbigten Scheine des sinnlichen Diesseits, und aus der leeren Nacht des übersinnlichen Jenseits in den geistigen Tag der Gegenwart einschreitet.