Die verschiednen Weisen des negativen Verhaltens des Bewußtseins, teils des Skeptizismus, teils des theoretischen und praktischen Idealismus, sind untergeordnete Gestalten gegen diese der _reinen Einsicht_, und ihrer Verbreitung, der _Aufklärung_; denn sie ist aus der Substanz geboren, weiß das reine _Selbst_ des Bewußtseins als absolut, und nimmt es mit dem reinen Bewußtsein des absoluten Wesens aller Wirklichkeit auf.--Indem Glauben und Einsicht dasselbe reine Bewußtsein, der Form nach aber entgegengesetzt sind, dem Glauben das Wesen als _Gedanke_, nicht als _Begriff_, und daher ein dem _Selbst_bewußtsein schlechthin Entgegengesetztes, der reinen Einsicht aber das Wesen das _Selbst_ ist, sind sie füreinander das eine das schlechthin Negative des andern.--Dem Glauben kommt, wie beide gegeneinander auftreten, aller _Inhalt_ zu, denn in seinem ruhigen Elemente des Denkens gewinnt jedes Moment Bestehen;--die reine Einsicht aber ist zunächst ohne Inhalt, und vielmehr reines Verschwinden desselben; durch die negative Bewegung gegen das ihr Negative aber wird sie sich realisieren und einen Inhalt geben.
Sie weiß den Glauben als das ihr, der Vernunft und Wahrheit, Entgegengesetzte. Wie er ihr im Allgemeinen ein Gewebe von Aberglauben, Vorurteilen und Irrtümern ist, so organisiert sich ihr weiter das Bewußtsein dieses Inhalts in ein Reich des Irrtums, worin die falsche Einsicht einmal als die _allgemeine Masse_ des Bewußtseins, unmittelbar, unbefangen und ohne Reflexion in sich selbst ist, aber das Moment der Reflexion in sich oder des Selbstbewußtseins, getrennt von der Unbefangenheit, auch an ihr hat, als eine im Hintergrunde für sich bleibende Einsicht und böse Absicht, von welcher jenes betört wird. Jene Masse ist das Opfer des Betrugs einer _Priesterschaft_, die ihre neidische Eitelkeit, allein im Besitze der Einsicht zu bleiben, sowie ihren sonstigen Eigennutz ausführt, und zugleich mit dem _Despotismus_ sich verschwört, der als die synthetische, begrifflose Einheit des realen und dieses idealen Reichs--ein seltsam inkonsequentes Wesen--über der schlechten Einsicht der Menge und der schlechten Absicht der Priester steht, und beides auch in sich vereinigt, aus der Dummheit und Verwirrung des Volks durch das Mittel der betriegenden Priesterschaft, beide verachtend, den Vorteil der ruhigen Beherrschung und der Vollführung seiner Lüste und Willkür zieht, zugleich aber dieselbe Dumpfheit der Einsicht, der gleiche Aberglauben und Irrtum ist.
Gegen diese drei Seiten des Feindes läßt die Aufklärung sich nicht ohne Unterschied ein; denn indem ihr Wesen reine Einsicht, das an und für sich _Allgemeine_ ist, so ist ihre wahre Beziehung auf das andere Extrem diejenige, in welcher sie auf das _Gemeinschaftliche_ und _Gleiche_ beider geht. Die Seite der aus dem allgemeinen unbefangenen Bewußtsein sich isolierenden _Einzelnheit_ ist das ihr Entgegengesetzte, das sie nicht unmittelbar berühren kann. Der Willen der betriegenden Priesterschaft und des unterdrückenden Despoten ist daher nicht unmittelbarer Gegenstand ihres Tuns, sondern die willenlose, nicht zum Für-sich-sein sich vereinzelnde Einsicht, der _Begriff_ des vernünftigen Selbstbewußtseins, der an der Masse sein Dasein hat, aber in ihr noch nicht als Begriff vorhanden ist. Indem aber die reine Einsicht diese ehrliche Einsicht und ihr unbefangenes Wesen den Vorurteilen und Irrtümern entreißt, windet sie der schlechten Absicht die Realität und Macht ihres Betrugs aus den Händen, deren Reich an dem begrifflosen Bewußtsein der allgemeinen Masse seinen _Boden_ und _Material_--das _Für-sich-sein_ an dem _einfachen_ Bewußtsein überhaupt seine _Substanz_ hat.
Die Beziehung der reinen Einsicht auf das unbefangene Bewußtsein des absoluten Wesens hat nun die gedoppelte Seite, daß sie einesteils _an sich_ dasselbe mit ihm ist, andernteils aber, daß dieses in dem einfachen Elemente seines Gedankens das absolute Wesen sowie seine Teile gewähren und sich Bestehen geben, und sie nur als sein _An-sich_ und darum in gegenständlicher Weise gelten läßt, sein _Für-sich-sein_ aber in diesem An-sich verleugnet.--Insofern nach der ersten Seite dieser Glauben _an sich_ für die reine Einsicht reines _Selbst_bewußtsein ist, und er dies nur _für sich_ werden soll, so hat sie an diesem Begriffe desselben das Element, worin sie statt der falschen Einsicht sich realisiert.
Von dieser Seite, daß beide wesentlich dasselbe sind und die Beziehung der reinen Einsicht durch und in demselben Elemente geschieht, ist ihre Mitteilung eine _unmittelbare_, und ihr Geben und Empfangen ein ungestörtes Ineinanderfließen. Was auch sonst weiter in das Bewußtsein für Pflöcke eingeschlagen seien, es ist _an sich_ diese Einfachheit, in welcher alles aufgelöst, vergessen und unbefangen, und die daher des Begriffs schlechthin empfänglich ist. Die Mitteilung der reinen Einsicht ist deswegen einer ruhigen Ausdehnung oder dem _Verbreiten_ wie eines Duftes in der widerstandslosen Atmosphäre zu vergleichen. Sie ist eine durchdringende Ansteckung, welche sich nicht vorher gegen das gleichgültige Element, in das sie sich insinuiert, als Entgegengesetztes bemerkbar macht, und daher nicht abgewehrt werden kann. Erst wenn die Ansteckung sich verbreitet hat, ist sie _für das Bewußtsein_, das sich ihr unbesorgt überließ. Denn es war zwar das einfache sich und ihm gleiche Wesen, was es in sich empfing, aber zugleich die Einfachheit der in sich reflektierten _Negativität_, welche nachher auch sich nach ihrer Natur als Entgegengesetztes entfaltet, und das Bewußtsein hiedurch an seine vorige Weise erinnert; sie ist der Begriff, der das einfache Wissen ist, welches sich selbst und zugleich sein Gegenteil, aber dieses in ihm als aufgehoben weiß. So wie daher die reine Einsicht für das Bewußtsein ist, hat sie sich schon verbreitet; der Kampf gegen sie verrät die geschehene Ansteckung; er ist zu spät, und jedes Mittel verschlimmert nur die Krankheit, denn sie hat das Mark des geistigen Lebens ergriffen, nämlich das Bewußtsein in seinem Begriffe oder sein reines Wesen selbst; es gibt darum auch keine Kraft in ihm, welche über ihr wäre. Weil sie im Wesen selbst ist, lassen sich ihre noch vereinzelnten Äußerungen zurückdrängen und die oberflächlichen Symptome dämpfen. Es ist ihr dies höchst vorteilhaft; denn sie vergeudet nun nicht unnütz die Kraft, noch zeigt sie sich ihres Wesens unwürdig, was dann der Fall ist, wenn sie in Symptome und einzelne Eruptionen gegen den Inhalt des Glaubens und gegen den Zusammenhang seiner äußern Wirklichkeit hervorbricht. Sondern nun ein unsichtbarer und unbemerkter Geist, durchschleicht sie die edeln Teile durch und durch, und hat sich bald aller Eingeweide und Glieder des bewußtlosen Götzen gründlich bemächtigt, und "_an einem schönen Morgen_ gibt sie mit dem Ellbogen dem Kameraden einen Schubb, und Bautz! Baradautz! der Götze liegt am Boden."--An _einem schönen Morgen_, dessen Mittag nicht blutig ist, wenn die Ansteckung alle Organe des geistigen Lebens durchdrungen hat; nur das Gedächtnis bewahrt dann noch als eine, man weiß nicht wie, vergangene Geschichte, die tote Weise der vorigen Gestalt des Geistes auf; und die neue für die Anbetung erhöhte Schlange der Weisheit hat auf diese Weise nur eine welke Haut schmerzlos abgestreift.
Aber dieses stumme Fortweben des Geistes im einfachen Innern seiner Substanz, der sich sein Tun verbirgt, ist nur _eine_ Seite der Realisierung der reinen Einsicht. Ihre Verbreitung besteht nicht nur darin, daß Gleiches mit Gleichem zusammengeht; und ihre Verwirklichung ist nicht nur eine gegensatzlose Ausdehnung. Sondern das Tun des negativen Wesens ist ebenso wesentlich eine entwickelte sich in sich unterscheidende Bewegung, welche als bewußtes Tun ihre Momente in bestimmtem offenbarem Dasein aufstellen und als ein lauter Lärm und gewaltsamer Kampf mit Entgegengesetztem als solchem vorhanden sein muß.
Es ist daher zu sehen, wie die _reine Einsicht_ und _Absicht_ gegen das andere ihr Entgegengesetzte, das sie vorfindet, sich _negativ_ verhält.--Die reine Einsicht und Absicht, welche sich negativ verhält, kann, da ihr Begriff alle Wesenheit und nichts außer ihr ist, nur das Negative ihrer selbst sein. Sie wird daher als Einsicht zum Negativen der reinen Einsicht, sie wird Unwahrheit und Unvernunft, und als Absicht zum Negativen der reinen Absicht, zur Lüge und Unlauterkeit des Zwecks.
In diesen Widerspruch verwickelt sie sich dadurch, daß sie sich in Streit einläßt, und etwas _anderes_ zu bekämpfen meint.--Sie meint dies nur, denn ihr Wesen als die absolute Negativität ist dieses, das Anderssein an ihr selbst zu haben. Der absolute Begriff ist die Kategorie; er ist dies, daß das Wissen und der _Gegenstand_ des Wissens dasselbe ist. Was hiemit die reine Einsicht als ihr Andres, was sie als Irrtum oder Lüge ausspricht, kann nichts andres sein als sie selbst; sie kann nur das verdammen, was sie ist. Was nicht vernünftig ist, hat keine _Wahrheit_, oder was nicht begriffen ist, ist nicht; indem also die Vernunft von einem _Andern_ spricht, als sie ist, spricht sie in der Tat nur von sich selbst; sie tritt darin nicht aus sich heraus.--Dieser Kampf mit dem Entgegengesetzten vereinigt darum die Bedeutung in sich, ihre _Verwirklichung_ zu sein. Diese besteht nämlich eben in der Bewegung, die Momente zu entwickeln, und sie in sich zurückzunehmen; ein Teil dieser Bewegung ist die Unterscheidung, in welcher die begreifende Einsicht sich selbst als _Gegenstand_ gegenüberstellt; solange sie in diesem Momente verweilt, ist sie sich entfremdet. Als reine Einsicht ist sie ohne allen _Inhalt_; die Bewegung ihrer Realisierung besteht darin, daß _sie selbst_ sich als Inhalt wird, denn ein anderer kann ihr nicht werden, weil sie das Selbstbewußtsein der Kategorie ist. Aber indem sie ihn zuerst in dem Entgegensetzen nur als _Inhalt_, und ihn noch nicht als sich selbst weiß, verkennt sie sich in ihm. Ihre Vollendung hat daher diesen Sinn, den ihr zuerst gegenständlichen Inhalt als den ihrigen zu erkennen. Ihr Resultat wird dadurch aber weder die Wiederherstellung der Irrtümer, welche sie bekämpft, noch nur ihr erster Begriff sein, sondern eine Einsicht, welche die absolute Negation ihrer selbst als ihre eigne Wirklichkeit, als sich selbst erkennt, oder ihr sich selbst erkennender Begriff.--Diese Natur des Kampfs der Aufklärung mit den Irrtümern, in ihnen sich selbst zu bekämpfen und das darin zu verdammen, was sie behauptet, ist _für uns_, oder was sie und ihr Kampf _an sich_ ist. Die erste Seite desselben aber, ihre Verunreinigung durch die Aufnahme des negativen Verhaltens in ihre sichselbstgleiche _Reinheit_ ist es, wie sie _für den Glauben Gegenstand_ ist; der sie also als Lüge, Unvernunft und schlechte Absicht erfährt, so wie er für sie Irrtum und Vorurteil ist.--In Rücksicht auf ihren Inhalt ist sie zunächst die leere Einsicht, der ihr Inhalt als ein Anderes erscheint, sie _findet_ ihn daher in dieser Gestalt, daß er noch nicht der ihrige ist, _vor_, als ein von ihr ganz unabhängiges Dasein, in dem Glauben.
Die Aufklärung faßt also ihren Gegenstand zuerst und allgemein so auf, daß sie ihn als _reine Einsicht_ nimmt und ihn so, sich selbst nicht erkennend, für Irrtum erklärt. In der _Einsicht_ als solcher faßt das Bewußtsein einen Gegenstand so, daß er ihm zum Wesen des Bewußtseins oder zu einem Gegenstande wird, den es durchdringt, worin es sich erhält, bei sich selbst und sich gegenwärtig bleibt, und indem es hiemit seine Bewegung ist, ihn hervorbringt. Als eben dieses spricht die Aufklärung den Glauben richtig aus, indem sie von ihm sagt, daß das, was ihm das absolute Wesen ist, ein Sein seines eignen Bewußtseins, sein eigner Gedanke, ein vom Bewußtsein Hervorgebrachtes sei. Sie erklärt ihn hiemit für Irrtum und Erdichtung über dasselbe, was sie ist.--Sie, die den Glauben die neue Weisheit lehren will, sagt ihm damit nichts Neues; denn sein Gegenstand ist ihm auch gerade dieses, nämlich reines Wesen seines eignen Bewußtseins, so daß dieses darin sich nicht verloren und negiert setzt, sondern ihm vielmehr vertraut, das heißt eben, _in ihm_ sich _als dieses_ Bewußtsein oder als Selbstbewußtsein findet. Wem ich vertraue, dessen _Gewißheit seiner_ selbst, ist mir die _Gewißheit meiner_ selbst; ich erkenne mein Für-mich-sein in ihm, daß er es anerkennt, und es ihm Zweck und Wesen ist. Vertrauen ist aber der Glauben, weil sein Bewußtsein sich _unmittelbar_ auf seinen Gegenstand _bezieht_, und also auch dies anschaut, daß es _eins_ mit ihm, in ihm ist.--Ferner, indem dasjenige mir Gegenstand ist, worin ich mich selbst erkenne, bin ich mir darin zugleich überhaupt als _anderes_ Selbstbewußtsein, das heißt, als ein solches, welches darin seiner besondere Einzelnheit, nämlich seiner Natürlichkeit und Zufälligkeit entfremdet worden, aber teils darin Selbstbewußtsein bleibt, teils eben darin _wesentliches_ Bewußtsein wie die reine Einsicht ist.--In dem Begriffe der Einsicht liegt nicht nur dies, daß das Bewußtsein in seinem eingesehenen Gegenstande sich selbst erkennt, und ohne das Gedachte zu verlassen und daraus in sich erst zurückzugehen, sich _unmittelbar_ darin hat, sondern es ist seiner selbst als auch der _vermittelnden_ Bewegung oder seiner als des _Tuns_ oder Hervorbringens bewußt; dadurch ist in dem Gedanken _für es_ diese Einheit seiner als des _Selbsts_ und des Gegenstandes. --Eben dies Bewußtsein ist auch der Glauben; _der Gehorsam und das Tun_ ist ein notwendiges Moment, durch welches die Gewißheit des Seins in dem absoluten Wesen, zustande kommt. Dies Tun des Glaubens erscheint zwar nicht so, daß das absolute Wesen selbst dadurch hervorgebracht werde. Aber das absolute Wesen des Glaubens ist wesentlich nicht das _abstrakte_ Wesen, das jenseits des glaubenden Bewußtseins sei, sondern es ist der Geist der Gemeine, es ist die Einheit des abstrakten Wesens und des Selbstbewußtseins. Daß es dieser Geist der Gemeine sei, darin ist das Tun der Gemeine ein wesentliches Moment; er ist es _nur durch das Hervorbringen_ des Bewußtseins,--oder vielmehr _nicht ohne_ vom Bewußtsein hervorgebracht zu sein; denn so wesentlich das Hervorbringen ist, so wesentlich ist es auch nicht der einzige Grund des Wesens, sondern es ist nur ein Moment. Das Wesen ist zugleich an und für sich selbst.
Von der andern Seite ist der Begriff der reinen Einsicht sich ein _Anderes_ als sein Gegenstand; denn eben diese negative Bestimmung macht den Gegenstand aus. So spricht sie also von der andern Seite auch das Wesen des Glaubens aus, als ein dem Selbstbewußtsein _Fremdes_, das nicht _sein_ Wesen, sondern als ein Wechselbalg ihm unterschoben sei. Allein die Aufklärung ist hier völlig töricht; der Glauben erfährt sie als ein Sprechen, das nicht weiß, was es sagt, und die Sache nicht versteht, wenn es von Pfaffenbetrug und Volkstäuschung redet. Sie spricht hievon, als ob durch ein Hokuspokus der taschenspielerischen Priester dem Bewußtsein etwas absolut _Fremdes_ und _Anderes_ für das Wesen untergeschoben würde, und sagt zugleich, daß dies ein Wesen des Bewußtseins sei, daß es daran glaube, ihm vertraue und sich es geneigt zu machen suche,--das heißt, daß es darin _sein reines Wesen_ ebensosehr als _seine_ einzelne und allgemeine _Individualität_ anschaue, und durch sein Tun diese Einheit seiner selbst mit seinem Wesen hervorbringe. Sie sagt unmittelbar das, was sie als ein dem Bewußtsein _Fremdes_ aussagt, als das _Eigenste_ desselben aus.--Wie mag also sie von Betrug und Täuschung sprechen? Indem sie _unmittelbar_ das Gegenteil dessen, was sie vom Glauben behauptet, selbst von ihm ausspricht, zeigt sie diesem vielmehr sich als die bewußte _Lüge_. Wie soll Täuschung und Betrug da stattfinden, wo das Bewußtsein in seiner Wahrheit unmittelbar die _Gewißheit seiner selbst_ hat; wo es in seinem Gegenstande _sich selbst_ besitzt, indem es sich ebensowohl darin findet als hervorbringt. Der Unterschied ist sogar in den Worten nicht mehr vorhanden.--Wenn die allgemeine Frage aufgestellt worden ist: _ob es erlaubt sei, ein Volk zu täuschen_, so müßte in der Tat die Antwort sein, daß die Frage nichts tauge; weil es unmöglich ist, hierin ein Volk zu täuschen.--Messing statt Golds, nachgemachte Wechsel statt echter mögen wohl einzeln verkauft, eine verlorne Schlacht als eine gewonnene mehrern aufgeheftet, und sonstige Lügen über sinnliche Dinge und einzelne Begebenheiten auf eine Zeitlang glaubhaft gemacht werden; aber in dem Wissen von dem Wesen, worin das Bewußtsein die unmittelbare _Gewißheit seiner selbst_ hat, fällt der Gedanke der Täuschung ganz hinweg.
Sehen wir weiter, wie der Glauben die Aufklärung in den _unterschiedenen_ Momenten seines Bewußtseins erfährt, auf welches die aufgezeigte Ansicht nur erst im Allgemeinen ging. Diese Momente aber sind: das reine Denken, oder, als Gegenstand, das _absolute Wesen_ an und für sich selbst; dann seine _Beziehung_ als ein _Wissen_ darauf, der _Grund seines Glaubens_, und endlich seine Beziehung darauf in seinem Tun, oder _sein Dienst_. Wie die reine Einsicht sich im Glauben überhaupt verkennt und verleugnet hat, so wird sie in diesen Momenten ebenso verkehrt sich verhalten.
Die reine Einsicht verhält sich zu _dem absoluten Wesen_ des glaubenden Bewußtseins negativ. Dies Wesen ist reines _Denken_, und das reine Denken innerhalb seiner selbst als Gegenstand oder als das _Wesen_ gesetzt; im glaubenden Bewußtsein erhält dies _An-sich_ des Denkens zugleich für das für sich seiende Bewußtsein die Form, aber auch nur die leere Form der Gegenständlichkeit; es ist in der Bestimmung eines _Vorgestellten_. Der reinen Einsicht aber, indem sie das reine Bewußtsein nach der Seite des _für sich seienden Selbsts_ ist, erscheint das _Andre_ als ein _Negatives_ des _Selbstbewußtseins_. Dies könnte noch entweder als das reine _An-sich_ des Denkens oder auch als das _Sein_ der sinnlichen Gewißheit genommen werden. Aber indem es zugleich für das _Selbst_ und dieses als _Selbst_, das einen Gegenstand hat, wirkliches Bewußtsein ist, so ist ihr eigentümlicher Gegenstand als solcher ein _seiendes gemeines Ding_ der _sinnlichen Gewißheit_. Dieser ihr Gegenstand erscheint ihr an der _Vorstellung_ des Glaubens. Sie verdammt diese und in ihr ihren eignen Gegenstand. Gegen den Glauben aber begeht sie schon darin das Unrecht, seinen Gegenstand so aufzufassen, daß er der ihrige ist. Sie sagt hiernach über den Glauben, daß sein absolutes Wesen ein Steinstück, ein Holzblock sei, der Augen habe und nicht sehe, oder auch etwas Brotteig, der auf dem Acker gewachsen, von Menschen verwandelt darauf zurückgeschickt werde; --oder nach welchen Weisen sonst der Glauben, das Wesen anthropomorphosiere, sich gegenständlich und vorstellig mache.
Die Aufklärung, die sich für das Reine ausgibt, macht hier das, was dem Geiste ewiges Leben und heiliger Geist ist, zu einem wirklichen _vergänglichen Dinge_, und besudelt es mit der an sich nichtigen Ansicht der sinnlichen Gewißheit--mit einer Ansicht, welche dem anbetenden Glauben gar nicht vorhanden ist, so daß sie ihm dieselbe rein anlügt. Was er verehrt, ist ihm durchaus weder Stein oder Holz oder Brotteig, noch sonst ein zeitliches sinnliches Ding. Wenn es der Aufklärung einfällt, zu sagen, sein Gegenstand sei doch dies _auch_, oder gar, er sei dieses an sich und in Wahrheit, so kennt teils der Glauben ebensowohl _jenes Auch_, aber es ist ihm außer seiner Anbetung; teils aber ist ihm überhaupt nicht so etwas wie ein Stein und so fort _an sich_, sondern an sich ist ihm allein das Wesen des reinen Denkens.
Das _zweite Moment_ ist die Beziehung des Glaubens als _wissenden_ Bewußtseins auf dieses Wesen. Als denkendem reinem Bewußtsein ist ihm dies Wesen unmittelbar; aber das reine Bewußtsein ist ebensosehr _vermittelte_ Beziehung der Gewißheit auf die Wahrheit; eine Beziehung, welche den _Grund_ des _Glaubens_ ausmacht. Dieser Grund wird für die Aufklärung ebenso zu einem zufälligen _Wissen von zufälligen_ Begebenheiten. Der Grund des Wissens aber ist das _wissende_ Allgemeine, und in seiner Wahrheit der absolute _Geist_, der in dem abstrakten reinen Bewußtsein oder dem Denken als solchem nur absolutes _Wesen_, als Selbstbewußtsein aber das _Wissen_ von sich ist. Die reine Einsicht setzt dies wissende Allgemeine, den _einfachen sich selbst wissenden Geist_, ebenso als Negatives des Selbstbewußtseins. Sie ist zwar selbst das _reine vermittelte_, d.h. sich mit sich vermittelnde Denken, sie ist das reine Wissen; aber indem sie _reine Einsicht, reines Wissen_ ist, das sich selbst noch nicht weiß, d.h. für welches es noch nicht ist, daß sie diese reine vermittelnde Bewegung ist, erscheint sie ihr, wie alles, was sie selbst ist, als ein Anderes. In ihrer Verwirklichung also begriffen, entwickelt sie dies ihr wesentliches Moment, aber es erscheint ihr als dem Glauben angehörend, und in seiner Bestimmtheit, ein ihr Äußeres zu sein, als ein zufälliges Wissen eben solcher gemein wirklicher Geschichten. Sie dichtet also hier dem religiösen Glauben an, daß seine Gewißheit sich auf einige _einzelne historische Zeugnisse_ gründe, welche als historische Zeugnisse betrachtet freilich nicht den Grad von Gewißheit über ihren Inhalt gewähren würden, den uns Zeitungsnachrichten über irgendeine Begebenheit geben; daß seine Gewißheit ferner auf dem Zufall der _Aufbewahrung_ dieser Zeugnisse beruhe--der Aufbewahrung durch Papier einerseits, und andererseits durch die Geschicklichkeit und Ehrlichkeit der Übertragung von einem Papier auf ein anderes--, und endlich auf der richtigen Auffassung des Sinnes toter Worte und Buchstaben. In der Tat aber fällt es dem Glauben nicht ein, an solche Zeugnisse und Zufälligkeiten seine Gewißheit zu knüpfen; er ist in seiner Gewißheit unbefangenes Verhältnis zu seinem absoluten Gegenstande, ein reines Wissen desselben, welches nicht Buchstaben, Papier und Abschreiber in sein Bewußtsein des absoluten Wesens einmischt, und nicht durch solcherlei Dinge sich damit vermittelt. Sondern dies Bewußtsein ist der sich selbst vermittelnde Grund seines Wissens; es ist der Geist selbst, der das Zeugnis von sich ist, ebenso im _Innern_ des _einzelnen_ Bewußtseins als durch die _allgemeine Gegenwart_ des Glaubens aller an ihn. Wenn der Glauben aus dem Geschichtlichen auch jene Weise von Begründung oder wenigstens Bestätigung seines Inhaltes, von der die Aufklärung spricht, sich geben will, und ernsthaft meint und tut, als ob es darauf ankäme, so hat er sich schon von der Aufklärung verführen lassen; und seine Bemühungen, sich auf solche Weise zu begründen oder zu befestigen, sind nur Zeugnisse, die er von seiner Ansteckung gibt.
Noch ist die dritte Seite übrig, _die Beziehung des Bewußtseins auf das absolute Wesen_, als ein _Tun_. Dies Tun ist das Aufheben der Besonderheit des Individuums oder der natürlichen Weise seines Für-sich-seins, woraus ihm die Gewißheit hervorgeht, reines Selbstbewußtsein nach seinem Tun, d.h. als _fürsichseiendes_ einzelnes Bewußtsein eins mit dem Wesen zu sein.--Indem an dem Tun _Zweckmäßigkeit_ und _Zweck_ sich unterscheidet, und die reine Einsicht ebenso in Beziehung auf dieses Tun sich _negativ verhält_, und wie in den andern Momenten sich selbst verleugnet, so muß sie in Ansehung der _Zweckmäßigkeit_ als Unverstand sich darstellen, indem die Einsicht mit der Absicht verbunden, Übereinstimmung des Zwecks und des Mittels, ihr als Anderes, vielmehr als das Gegenteil erscheint,--in Ansehung des _Zwecks_ aber das Schlechte, Genuß und Besitz zum Zwecke machen, und sich hiemit als die unreinste Absicht beweisen, indem die reine Absicht ebenso, als Andres, unreine Absicht ist.
Hienach sehen wir in Ansehung der _Zweckmäßigkeit_ die Aufklärung es töricht finden, wenn das glaubende Individuum sich das höhere Bewußtsein, nicht an den natürlichen Genuß und Vergnügen gefesselt zu sein, dadurch gibt, daß es sich natürlichen Genuß und Vergnügen _wirklich_ versagt, und _durch die Tat_ erweist, daß es die Verachtung derselben nicht lügt, sondern daß sie _wahr ist_.--Ebenso findet sie es töricht, daß das Individuum von seiner Bestimmtheit, absolut einzelnes, alle andern ausschließendes und Eigentum besitzendes zu sein, sich dadurch absolviert, daß es von seinem Eigentume selbst abläßt; womit es _in Wahrheit_ zeigt, daß es mit seinem Isolieren nicht Ernst, sondern daß es über die Naturnotwendigkeit, sich zu vereinzeln, und in dieser absoluten Vereinzelung des Für-sich-seins die Andern als dasselbe _mit sich_ zu verleugnen, erhaben ist.--Die reine Einsicht findet beides sowohl unzweckmäßig als unrecht,--_unzweckmäßig_, um von Vergnügen und Besitz sich frei zu erweisen, sich Vergnügen zu versagen und einen Besitz wegzugeben; sie wird also im Gegenteil den für einen _Toren_ erklären, der, um zu essen, das Mittel ergreift, wirklich zu essen. Sie findet es auch _unrecht_, sich eine Mahlzeit zu versagen, und Butter, Eier nicht gegen Geld, oder Geld nicht gegen Butter und Eier, sondern geradezu, ohne so was dafür zurück zu erhalten, wegzugeben; sie erklärt eine Mahlzeit oder den Besitz von dergleichen Dingen für einen Selbstzweck, und sich damit in der Tat für eine sehr unreine Absicht, der es um solchen Genuß und Besitz ganz wesentlich zu tun ist. Sie behauptet als reine Absicht auch wieder die Notwendigkeit der Erhebung über die natürliche Existenz und über die Habsucht um ihre Mittel; nur findet sie es töricht und unrecht, daß diese Erhebung _durch die Tat_ bewiesen werden soll, oder diese reine Absicht ist in Wahrheit Betrug, welcher eine _innerliche_ Erhebung vorgibt und fodert, aber Ernst daraus zu machen, sie _wirklich ins Werk_ zu richten und _ihre Wahrheit zu erweisen_ für überflüssig, töricht, und selbst für unrecht ausgibt.--Sie verleugnet sich also sowohl als reine Einsicht, denn sie verleugnet das unmittelbar zweckmäßige Tun, wie als reine Absicht, denn sie verleugnet die Absicht, sich von den Zwecken der Einzelnheit befreit zu erweisen.
So gibt die Aufklärung sich dem Glauben zu erfahren. Sie tritt in diesem schlechten Aussehen auf, weil sie eben durch das Verhältnis zu einem andern sich eine _negative Realität_ gibt, oder sich als das Gegenteil ihrer selbst darstellt; die reine Einsicht und Absicht muß sich aber dies Verhältnis geben, denn es ist ihre Verwirklichung. --Diese erschien zunächst als negative Realität. Vielleicht ist ihre _positive Realität_ besser beschaffen; sehen wir, wie diese sich verhält.--Wenn alles Vorurteil und Aberglauben verbannt worden, so tritt die Frage ein, _was nun weiter? Welches ist die Wahrheit, welche die Aufklärung statt jener verbreitet hat?_--Sie hat diesen positiven Inhalt in ihrem Ausrotten des Irrtums schon ausgesprochen, denn jene Entfremdung ihrer selbst ist ebensosehr ihre positive Realität.--An demjenigen, was dem Glauben absoluter Geist ist, faßt sie, was sie von _Bestimmung_ daran entdeckt, als Holz, Stein und so fort, als einzelne wirkliche Dinge auf; indem sie überhaupt _alle Bestimmtheit_, das heißt, allen Inhalt und Erfüllung desselben auf diese Weise als eine _Endlichkeit_, als _menschliches Wesen und Vorstellung_ begreift, wird ihr das _absolute Wesen_ zu einem _Vakuum_, dem keine Bestimmungen, keine Prädikate beigelegt werden können. Ein solches Beilager wäre an sich sträflich, und es ist es eben, in welchem die Ungeheuer des Aberglaubens erzeugt worden sind. Die Vernunft, die _reine Einsicht_ ist wohl selbst nicht leer, indem das Negative ihrer selbst _für sie_ und ihr Inhalt ist, sondern reich, aber nur an Einzelnheit und Schranke; dem absoluten Wesen dergleichen nichts zukommen zu lassen noch beizulegen, ist ihre einsichtsvolle Lebensart, welche sich und ihren Reichtum der Endlichkeit an ihren Ort zu stellen und das Absolute würdig zu behandeln weiß.
Diesem leeren Wesen gegenüber steht als _zweites Moment_ der positiven Wahrheit der Aufklärung, die aus einem absoluten Wesen ausgeschlossene _Einzelnheit_ überhaupt, des Bewußtseins und alles Seins, als _absolutes An- und Für-sich-sein_. Das Bewußtsein, welches in seiner allerersten Wirklichkeit _sinnliche Gewißheit_ und _Meinung_ ist, kehrt hier aus dem ganzen Wege seiner Erfahrung dahin zurück, und ist wieder ein Wissen von _rein Negativem seiner selbst_, oder von _sinnlichen Dingen_, d.h. _seienden_, welche seinem _Für-sich-sein_ gleichgültig gegenüberstehen. Es ist hier aber nicht _unmittelbares_ natürliches Bewußtsein, sondern es ist sich solches _geworden_. Zuerst preisgegeben aller Verwicklung, worein es durch seine Entfaltung gestürzt wird, itzt durch die reine Einsicht auf seine erste Gestalt zurückgeführt, hat es sie als das _Resultat erfahren_. Auf die Einsicht der Nichtigkeit aller andern Gestalten des Bewußtseins und somit alles jenseits der sinnlichen Gewißheit _gegründet_, ist diese sinnliche Gewißheit nicht mehr Meinung, sondern sie ist vielmehr die absolute Wahrheit. Diese Nichtigkeit alles dessen, was über die sinnliche Gewißheit hinausgeht, ist zwar nur ein negativer Beweis dieser Wahrheit; aber sie ist keines andern fähig, denn die positive Wahrheit der sinnlichen Gewißheit an ihr selbst, ist eben das _unvermittelte_ Für-sich-sein des Begriffes selbst als Gegenstands, und zwar in der Form des Andersseins,--daß es jedem Bewußtsein _schlechthin gewiß_ ist, daß es _ist_, und _andere wirkliche Dinge_ außer ihm, und daß es in seinem _natürlichen_ Sein, so wie diese Dinge, _an und für sich_ oder _absolut_ ist.
_Das dritte Moment der Wahrheit der Aufklärung_ endlich ist das Verhältnis der einzelnen Wesen zum absoluten Wesen, die Beziehung der beiden ersten. Die Einsicht als reine Einsicht des _Gleichen_ oder _Unbeschränkten geht_ auch über das _Ungleiche_, nämlich die endliche Wirklichkeit, oder über sich als bloßes Anderssein _hinaus_. Sie hat zum Jenseits desselben _das Leere_, auf welches sie also die sinnliche Wirklichkeit bezieht. In die Bestimmung dieses _Verhältnisses_ treten nicht die beiden Seiten als _Inhalt_ ein, denn die eine ist das Leere, und ein Inhalt ist also nur durch die andere, die sinnliche Wirklichkeit, vorhanden. Die _Form_ der Beziehung aber, in deren Bestimmung die Seite des _An-sich_ mithilft, kann nach Belieben gemacht werden; denn die Form ist das _an sich Negative_, und darum das sich Entgegengesetzte; Sein sowohl als Nichts; _An-sich_ wie das _Gegenteil_; oder was dasselbe, die Beziehung _der Wirklichkeit_ auf _An-sich_ als das _Jenseits_ ist ebensowohl ein _Negieren_ als ein _Setzen_ derselben. Die endliche Wirklichkeit kann daher eigentlich, wie man es gerade braucht, genommen werden. Das Sinnliche wird also itzt auf das Absolute als auf das _An-sich positiv_ bezogen, und die sinnliche Wirklichkeit ist selbst _an sich_; das Absolute macht, hegt und pflegt sie. Wiederum ist sie auch darauf als auf das Gegenteil, als auf ihr _Nichtsein_ bezogen; nach diesem Verhältnisse ist sie nicht an sich, sondern nur _für ein Anderes_. Wenn in der vorhergehenden Gestalt des Bewußtseins die _Begriffe_ des Gegensatzes sich als _Gut_ und _Schlecht_ bestimmten, so werden sie dagegen der reinen Einsicht zu den reinern Abstraktionen, des _An-sich-_ und _Für-ein-Anderes_-sein.
Beide Betrachtungsweisen, der positiven wie der negativen Beziehung des Endlichen auf das An-sich, sind aber in der Tat gleich notwendig, und alles ist also so sehr _an sich_, als es _für ein Anderes_ ist; oder alles ist _nützlich_.--Alles gibt sich andern preis, läßt sich itzt von andern gebrauchen, und ist _für sie_; und itzt stellt es sich, es so zu sagen, wieder auf die Hinterbeine, tut spröde gegen Anderes, ist für sich und gebraucht das Andere seinerseits.--Für den Menschen, als das dieser Beziehung _bewußte_ Ding, ergibt sich daraus sein Wesen und seine Stellung. Er ist, wie er unmittelbar ist, als natürliches Bewußtsein _an sich, gut_, als einzelnes _absolut_, und Anderes ist _für ihn_; und zwar da für ihn als das seiner bewußte Tier die Momente die Bedeutung der Allgemeinheit haben, ist _alles_ für sein Vergnügen und Ergötzlichkeit, und er geht, wie er aus Gottes Hand gekommen, in der Welt als einem für ihn gepflanzten Garten umher. --Er muß auch vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen gepflückt haben; er besitzt darin einen Nutzen, der ihn von allem andern unterscheidet, denn zufälligerweise ist seine an sich gute Natur _auch_ so beschaffen, daß ihr das Übermaß der Ergötzlichkeit Schaden tut, oder vielmehr seine Einzelnheit hat _auch ihr Jenseits_ an ihr, kann über sich selbst hinausgehen und sich zerstören. Hiegegen ist ihm die Vernunft ein nützliches Mittel, dies Hinausgehen gehörig zu beschränken, oder vielmehr im Hinausgehen über das Bestimmte sich selbst zu erhalten; denn dies ist die Kraft des Bewußtseins. Der Genuß des bewußten an sich _allgemeinen_ Wesens muß nach Mannigfaltigkeit und Dauer selbst nicht ein bestimmtes, sondern allgemein sein; das Maß hat daher die Bestimmung, zu verhindern, daß das Vergnügen in seiner Mannigfaltigkeit und Dauer abgebrochen werde; das heißt, die Bestimmung des Maßes ist die Unmäßigkeit.--Wie dem Menschen alles nützlich ist, so ist er es ebenfalls, und seine Bestimmung ebensosehr, sich zum gemeinnützlichen und allgemein brauchbaren Mitgliede des Trupps zu machen. Soviel er für sich sorgt, gerade soviel muß er sich auch hergeben für die Andern, und soviel er sich hergibt, soviel sorgt er für sich selbst; eine Hand wäscht die andere. Wo er aber sich befindet, ist er recht daran; er nützt andern und wird genützt.
Anders ist auf andere Weise einander nützlich; alle Dinge aber haben diese nützliche Gegenseitigkeit durch ihr Wesen, nämlich auf das Absolute auf die gedoppelte Weise bezogen zu sein--die positive, dadurch _an und für sich_ selbst zu sein, die negative, dadurch _für Andere_ zu sein. Die _Beziehung_ auf das absolute Wesen oder die Religion ist daher unter aller Nützlichkeit das Allernützlichste; denn sie ist der _reine Nutzen selbst_, sie ist dies Bestehen aller Dinge, oder ihr _An-_ und _Für-sich_-sein, und das Fallen aller Dinge, oder ihr _Sein für Anderes_.
Dem Glauben freilich ist dieses positive Resultat der Aufklärung so sehr ein Greuel als ihr negatives Verhalten gegen ihn. Diese _Einsicht_ in das absolute Wesen, die nichts in ihm sieht als eben das _absolute Wesen_, das _être suprême_, oder _das Leere_,--diese _Absicht_, daß alles in seinem unmittelbaren Dasein _an sich_ oder gut ist, daß endlich die _Beziehung_ des einzelnen bewußten Seins auf das absolute Wesen, _die Religion_, der Begriff der Nützlichkeit erschöpfend ausdrückt, ist dem Glauben schlechthin _abscheulich_. Diese eigne _Weisheit_ der Aufklärung erscheint ihm notwendig zugleich als die _Plattheit_ selbst, und als das _Geständnis_ der Plattheit; weil sie darin besteht, vom absoluten Wesen nichts oder, was dasselbe ist, von ihm diese ganz ebne Wahrheit zu wissen, daß es eben nur _das absolute Wesen_ ist, dagegen nur von der Endlichkeit und zwar sie als das Wahre und dies Wissen von derselben als dem Wahren, als das Höchste zu wissen.
Der Glauben hat das göttliche Recht, das Recht der absoluten _Sichselbstgleichheit_ oder des reinen Denkens, gegen die Aufklärung, und erfährt von ihr durchaus Unrecht; denn sie verdreht ihn in allen seinen Momenten, und macht sie zu etwas anderem, als sie in ihm sind. Sie aber hat nur menschliches Recht gegen ihn und für ihre Wahrheit; denn das Unrecht, das sie begeht, ist das Recht der _Ungleichheit_, und besteht in dem Verkehren und Verändern, ein Recht, das der Natur des _Selbstbewußtseins_ im Gegensatze gegen das einfache Wesen oder das _Denken_ angehört. Aber indem ihr Recht das Recht des Selbstbewußtseins ist, wird sie nicht nur _auch_ ihr Recht behalten, so daß zwei gleiche Rechte des Geistes einander gegenüber stehenblieben, und keins das andere befriedigen könnte, sondern sie wird das absolute Recht behaupten, weil das Selbstbewußtsein die Negativität des Begriffs ist, die nicht nur _für sich_ ist, sondern auch über ihr Gegenteil übergreift; und der Glauben selbst, weil er Bewußtsein ist, wird ihr ihr Recht nicht verweigern können.
Denn die Aufklärung verhält sich gegen das glaubende Bewußtsein nicht mit eigentümlichen Prinzipien, sondern mit solchen, welche dieses selbst an ihm hat. Sie bringt ihm nur seine _eigenen Gedanken_ zusammen, die ihm bewußtlos auseinanderfallen; sie erinnert es nur bei der _einen_ seiner Weisen an die _andern_, die es _auch_ hat, aber deren eine es immer bei der andern vergißt. Sie erweist sich eben dadurch gegen es als reine Einsicht, daß sie bei einem _bestimmten_ Momente das Ganze sieht, also das auf jenes Moment sich beziehende _Entgegengesetzte_ herbeibringt, und eines im andern verkehrend das negative Wesen beider Gedanken, den _Begriff_, hervortreibt. Sie erscheint dem Glauben darum als Verdrehung und Lüge, weil sie das _Anderssein_ seiner Momente aufzeigt; sie scheint ihm damit unmittelbar etwas anderes aus ihnen zu machen, als sie in ihrer Einzelnheit sind; aber dies _Andere_ ist ebenso wesentlich, und es ist in Wahrheit in dem glaubenden Bewußtsein selbst vorhanden, nur daß dieses daran nicht denkt, sondern es sonstwo hat; daher ist es ihm weder fremde, noch kann es von ihm abgeleugnet werden.
Die Aufklärung selbst aber, welche den Glauben an das Entgegengesetzte seiner abgesonderten Momente erinnert, ist ebensowenig über sich selbst aufgeklärt. Sie verhält sich rein _negativ_ gegen den Glauben, insofern sie ihren Inhalt aus ihrer Reinheit ausschließt, und ihn für das _Negative_ ihrer selbst nimmt. Sie erkennt daher weder in diesem Negativen, in dem Inhalte des Glaubens, sich selbst, noch bringt auch sie aus diesem Grunde die beiden Gedanken zusammen, den, welchen sie herbeibringt, und den, gegen welchen sie ihn herbeibringt. Indem sie nicht erkennt, daß dasjenige, was sie am Glauben verdammt, unmittelbar ihr eigener Gedanken ist, so ist sie selbst in der Entgegensetzung der beiden Momente, deren eines, nämlich jedesmal das dem Glauben entgegengesetzte, sie nur anerkennt, das andere aber, gerade wie der Glauben tut, davon trennt. Sie bringt daher nicht die Einheit beider als Einheit derselben, d.i. den Begriff hervor; aber er _entsteht_ ihr für sich oder sie findet ihn nur als _vorhanden_. Denn an sich ist ebendies die Realisierung der reinen Einsicht, daß sie, deren Wesen der Begriff ist, zuerst sich selbst als ein absolut _Anderes_ wird und sich verleugnet, denn der Gegensatz des Begriffes ist der absolute, und aus diesem Anderssein zu sich selbst, oder zu ihrem Begriffe kommt.--Die Aufklärung _ist_ aber nur diese Bewegung, sie ist die noch bewußtlose Tätigkeit des reinen Begriffes, die zwar zu sich selbst, als Gegenstand, kommt, aber diesen für ein _Anderes_ nimmt, auch die Natur des Begriffes nicht kennt, daß nämlich das Nichtunterschiedne es ist, was sich absolut trennt.--Gegen den Glauben also ist die Einsicht insofern die _Macht_ des Begriffes, als sie die Bewegung und das Beziehen der in seinem Bewußtsein auseinanderliegenden Momente ist, ein Beziehen, worin der Widerspruch derselben zum Vorschein kömmt. Hierin liegt das absolute _Recht_ der Gewalt, welche sie über ihn ausübt; die _Wirklichkeit_ aber, zu der sie diese Gewalt bringt, ebendarin, daß das glaubende Bewußtsein selbst der Begriff ist, und also das Entgegengesetzte, das ihm die Einsicht herbeibringt, selbst anerkennt. Sie behält darum gegen es recht, weil sie an ihm das geltend macht, was ihm selbst notwendig ist, und was es an ihm selbst hat.
Zuerst behauptet die Aufklärung das Moment des Begriffs, ein _Tun_ des _Bewußtseins_ zu sein; sie behauptet dies _gegen_ den Glauben--daß sein absolutes Wesen Wesen _seines_ Bewußtsein als eines Selbsts, oder daß es durch das Bewußtsein _hervorgebracht_ sei. Dem glaubenden Bewußtsein ist sein absolutes Wesen, ebenso wie es ihm _An-sich_ ist, zugleich nicht wie ein fremdes Ding, welches darin, man weiß nicht wie und woher, _stünde_, sondern sein Vertrauen besteht gerade darin, sich als _dieses_ persönliche Bewußtsein darin zu _finden_, und sein Gehorsam und Dienst darin, es als _sein_ absolutes Wesen durch sein _Tun_ hervorzubringen. Hieran erinnert eigentlich nur den Glauben die Aufklärung, wenn er rein das _An-sich_ des absoluten Wesens _jenseits_ des _Tuns_ des Bewußtseins ausspricht. --Aber indem sie zwar der Einseitigkeit des Glaubens das entgegengesetzte Moment des _Tuns_ desselben gegen das _Sein_, an das er hier allein denkt, herbei, selbst aber ihre Gedanken ebenso nicht zusammenbringt, isoliert sie das reine Moment des _Tuns_, und spricht von dem _An-sich_ des Glaubens aus, daß es _nur_ ein _Hervorgebrachtes_ des Bewußtseins sei. Das isolierte dem _An-sich_ entgegengesetzte Tun ist aber ein zufälliges Tun, und als ein vorstellendes ein Erzeugen von Fiktionen--Vorstellungen, die nicht _an sich_ sind; und so betrachtet sie den Inhalt des Glaubens. --Umgekehrt aber sagt die reine Einsicht ebenso das Gegenteil. Indem sie das Moment des _Andersseins_, das der Begriff an ihm hat, behauptet, spricht sie das Wesen des Glaubens als ein solches aus, welches das Bewußtsein _nichts angehe, jenseits_ desselben, ihm fremd und unerkannt sei. Dem Glauben ist es ebenso, wie er einerseits ihm vertraut, und darin die _Gewißheit seiner selbst_ hat, andererseits in seinen Wegen unerforschlich, und in seinem Sein unerreichbar.
Ferner behauptet die Aufklärung gegen das glaubende Bewußtsein darin ein Recht, das es selbst einräumt, wenn sie den Gegenstand seiner Verehrung als Stein und Holz oder sonst als eine endliche anthropomorphische Bestimmtheit betrachtet. Denn da es dies entzweite Bewußtsein ist, ein _Jenseits_ der _Wirklichkeit_ und ein reines _Diesseits_ von jenem Jenseits zu haben, so ist in ihm in der Tat _auch_ diese Ansicht des sinnlichen Dinges vorhanden, nach welcher es _an_ und _für sich gilt_; es bringt aber diese beiden Gedanken _des An-und-für-sich-seienden_, das ihm einmal das _reine Wesen_, das anderemal ein gemeines _sinnliches Ding_ ist, nicht zusammen.--Selbst sein reines Bewußtsein ist von der letztern Ansicht affiziert, denn die Unterschiede seines übersinnlichen Reichs sind, weil es des Begriffs entbehrt, eine Reihe von selbstständigen _Gestalten_ und ihre Bewegung ein _Geschehen_, das heißt, sie sind nur in der _Vorstellung_, und haben die Weise des sinnlichen Seins an ihnen.--Die Aufklärung isoliert ihrerseits ebenso die _Wirklichkeit_, als ein vom Geiste verlassenes Wesen, die Bestimmtheit als eine unverrückte Endlichkeit, welche nicht in der geistigen Bewegung des Wesens selbst ein _Moment_ wäre, nicht Nichts, auch nicht ein an und für sich _seiendes_ Etwas, sondern ein Verschwindendes.
Es ist klar, daß dasselbe bei dem _Grunde_ des _Wissens_ der Fall ist. Das glaubende Bewußtsein anerkennt selbst ein zufälliges _Wissen_, denn es hat ein Verhältnis zu Zufälligkeiten, und das absolute Wesen selbst ist ihm in der Form einer vorgestellten gemeinen Wirklichkeit; hiemit ist das glaubende Bewußtsein _auch_ eine Gewißheit, welche nicht die Wahrheit an ihr selbst hat, und es bekennt sich als ein solches unwesentliches Bewußtsein, diesseits des sich selbst vergewissernden und bewährenden Geistes.--Dies Moment vergißt es aber in seinem geistigen unmittelbaren Wissen von dem absoluten Wesen. --Die Aufklärung aber, welche es daran erinnert, denkt wieder _nur_ an das zufällige Wissen, und vergißt das Andere,--denkt nur an die Vermittlung, welche durch ein _fremdes_ Drittes geschieht, nicht an die, worin das Unmittelbare sich selbst das Dritte ist, wodurch es sich mit dem Andern, nämlich mit _sich selbst_, vermittelt.
Endlich findet sie in ihrer Ansicht des _Tuns_ des Glaubens das Wegwerfen des Genusses und der Habe unrecht und unzweckmäßig.--Was das Unrecht betrifft, so erhält sie die Übereinstimmung des glaubenden Bewußtseins darin, daß dieses selbst diese Wirklichkeit anerkennt, Eigentum zu besitzen, festzuhalten und zu genießen; es beträgt sich in der Behauptung des Eigentums um so isolierter und hartnäckiger, sowie in seinem Genusse um so roher dahingegeben, da jenseits dieser Wirklichkeit sein religiöses--Besitz und Genuß _aufgebendes_--Tun fällt und ihm die Freiheit für jene Seite erkauft. Dieser Dienst der Aufopferung des natürlichen Treibens und Genießens hat durch diesen Gegensatz in der Tat keine Wahrheit; die Beibehaltung hat _neben_ der Aufopferung statt; diese ist nur ein _Zeichen_, das die wirkliche Aufopferung nur an einem kleinen Teile vollbringt, und sie daher in der Tat nur _vorstellt_.
In Ansehung der _Zweckmäßigkeit_ findet die Aufklärung das Wegwerfen _einer_ Habe, um von _der_ Habe, die Versagung _eines_ Genusses, um von _dem_ Genusse sich befreit zu wissen und zu erweisen, für ungeschickt. Das glaubende Bewußtsein selbst faßt das absolute Tun als ein _allgemeines_ Tun; nicht nur das Handeln seines absoluten Wesens als seines Gegenstandes ist ihm ein allgemeines, sondern auch das einzelne Bewußtsein soll sich ganz und allgemein von seinem sinnlichen Wesen befreit erweisen. Das Wegwerfen einer _einzelnen_ Habe oder das Verzichttun auf einen _einzelnen_ Genuß ist aber nicht diese _allgemeine_ Handlung; und indem in der Handlung wesentlich der _Zweck_, der ein allgemeiner, und die _Ausführung_, die eine einzelne ist, vor dem Bewußtsein in ihrer Unangemessenheit stehen müßte, so erweist sie sich als ein solches Handeln, woran das Bewußtsein keinen Anteil hat, und hiemit dies Handeln eigentlich als zu _naiv_, um eine Handlung zu sein; es ist zu naiv, zu fasten, um von der Lust der Mahlzeit sich befreit, zu naiv, sich, wie Origines, andere Lust _vom Leibe_ wegzuschaffen, um sie abgetan zu erweisen. Die Handlung selbst erweist sich als ein _äußerliches_ und _einzelnes_ Tun; die Begierde aber ist _innerlich_ eingewurzelt, und ein _allgemeines_; ihre Lust verschwindet weder mit dem Werkzeuge noch durch einzelne Entbehrung.
Die Aufklärung aber isoliert ihrerseits hier das _Innerliche, Unwirkliche_ gegen die Wirklichkeit, wie sie gegen die Innerlichkeit des Glaubens in seiner Anschauung und Andacht die Äußerlichkeit der Dingheit festhielt. Sie legt das Wesentliche in die _Absicht_, in den _Gedanken_, und erspart dadurch das wirkliche Vollbringen der Befreiung von den natürlichen Zwecken; im Gegenteil ist diese Innerlichkeit selbst das Formale, das an den natürlichen Trieben seine Erfüllung hat, welche eben dadurch gerechtfertigt sind, daß sie innerlich, daß sie dem _allgemeinen_ Sein, der Natur angehören.
Die Aufklärung hat also über den Glauben darum eine unwiderstehliche Gewalt, daß sich in seinem Bewußtsein selbst die Momente finden, welche sie geltend macht. Die Wirkung dieser Kraft näher betrachtet, so scheint ihr Verhalten gegen ihn die _schöne_ Einheit des _Vertrauens_ und der unmittelbaren _Gewißheit_ zu zerreißen, sein _geistiges_ Bewußtsein durch niedrige Gedanken der _sinnlichen_ Wirklichkeit zu verunreinigen, sein in seiner Unterwerfung _beruhigtes_ und _sicheres_ Gemüt durch die _Eitelkeit_ des Verstandes und des eigenen Willens und Vollbringens zu zerstören. Aber in der Tat leitet sie vielmehr die Aufhebung der _gedankenlosen_ oder vielmehr _begrifflosen Trennung_ ein, welche in ihm vorhanden ist. Das glaubende Bewußtsein führt doppeltes Maß und Gewicht, es hat zweierlei Augen, zweierlei Ohren, zweierlei Zunge und Sprache, es hat alle Vorstellungen verdoppelt, ohne diese Doppelsinnigkeit zu vergleichen. Oder der Glauben lebt in zweierlei Wahrnehmungen, der einen, der Wahrnehmung des _schlafenden_, rein in begrifflosen Gedanken, der andern des wachen, rein in der sinnlichen Wirklichkeit lebenden Bewußtseins, und in jeder führt er eine eigene Haushaltung. --Die Aufklärung beleuchtet jene himmlische Welt mit den Vorstellungen der sinnlichen; und zeigte jener diese Endlichkeit auf, die der Glauben nicht verleugnen kann, weil er Selbstbewußtsein und hiemit die Einheit ist, welcher beide Vorstellungsweisen angehören, und worin sie nicht auseinanderfallen, denn sie gehören demselben untrennbaren _einfachen_ Selbst an, in welches er übergegangen ist.
Der Glauben hat hiedurch den Inhalt, der sein Element erfüllte, verloren, und sinkt in ein dumpfes Weben des Geistes in ihm selbst zusammen. Er ist aus seinem Reiche vertrieben, oder dies Reich ist ausgeplündert, indem alle Unterscheidung und Ausbreitung desselben das wache Bewußtsein an sich riß, und seine Teile alle der Erde als ihr Eigentum vindizierte und zurückgab. Aber befriedigt ist er darum nicht, denn durch diese Beleuchtung ist allenthalben nur einzelnes Wesen entstanden, so daß den Geist nur wesenlose Wirklichkeit und von ihm verlaßne Endlichkeit anspricht.--Indem er ohne Inhalt ist und in dieser Leere nicht bleiben kann, oder indem er über das Endliche, das der einzige Inhalt ist, hinausgehend nur das Leere findet, ist er ein _reines Sehnen_; seine Wahrheit ein leeres _Jenseits_, dem sich kein gemäßer Inhalt mehr finden läßt, denn alles ist anders verwandt.--Der Glauben ist in der Tat hiemit dasselbe geworden, was die Aufklärung, nämlich das Bewußtsein der Beziehung des an sich seienden Endlichen auf das prädikatlose, unerkannte und unerkennbare Absolute; nur _daß sie_ die _befriedigte, er_ aber die _unbefriedigte_ Aufklärung ist. Es wird sich jedoch an ihr zeigen, ob sie in ihrer Befriedigung bleiben kann; jenes Sehnen des trüben Geistes, der über den Verlust seiner geistigen Welt trauert, steht im Hinterhalte. Sie selbst hat diesen Makel des unbefriedigten Sehnens an ihr,--_als reinen Gegenstand_ an ihrem _leeren_ absoluten Wesen,--als _Tun_ und _Bewegung_ an dem _Hinausgehen_ über ihr Einzelwesen zum unerfüllten Jenseits,--als _erfüllten Gegenstand_ an der _Selbstlosigkeit_ des Nützlichen. Sie wird diesen Makel aufheben; aus der nähern Betrachtung des positiven Resultates, das ihr die Wahrheit ist, wird sich ergeben, daß er an sich darin schon aufgehoben ist.